| 7 Minuten Lesezeit|9. Oktober 2026
Eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus verbraucht im Schnitt rund 36 kWh Strom pro Quadratmeter und Jahr. Wir zeigen, mit welchem Verbrauch Sie rechnen können, wie Sie ihn selbst berechnen und mit welchen Stellschrauben er sinkt.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe? Diese Frage ist für viele Hausbesitzer entscheidend, denn der Stromverbrauch bestimmt die laufenden Heizkosten. Laut aktuellen Verbraucherzahlen benötigt eine Wärmepumpe in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 130 m² rund 4.700 kWh Strom pro Jahr. Der tatsächliche Verbrauch kann jedoch deutlich abweichen, denn Dämmung, Heizsystem, Vorlauftemperatur und Wärmebedarf des Gebäudes spielen eine wichtige Rolle.
Eine Wärmepumpe verbraucht im Schnitt rund 36 kWh Strom pro m² und Jahr. Bei 130 m² sind das etwa 4.700 kWh für Heizung und Warmwasser.
Der Stromverbrauch ergibt sich aus dem Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Sie liegt im Schnitt bei 3,4 für Luft-Wasser und 4,3 für Erdreich
Wärmepumpentarife liegen bei etwa 21 bis 26 Cent pro kWh. Bei durchschnittlichem Verbrauch kostet der Strom rund 1.000 bis 1.200 Euro jährlich.
Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur kann den Heizstromverbrauch um etwa 2,5 Prozent senken. Die Heizkurve anzupassen, kostet nichts.
Der Strombedarf einer Wärmepumpe hängt stark vom jeweiligen Gebäude und der Heiztechnik ab. Als Orientierung gilt für ein Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche ein Jahresverbrauch von rund 4.700 kWh für Heizung und Warmwasser. Umgerechnet sind das etwa 36 kWh pro Quadratmeter. Wie viel Strom tatsächlich benötigt wird, lässt sich jedoch nicht allein an der Wohnfläche ablesen. Auch die Dämmung, das Heizsystem und die Betriebsweise der Anlage beeinflussen den Verbrauch.
Die folgende Tabelle zeigt typische Größenordnungen bei unterschiedlichen Wohnflächen.
| Wohnfläche | Niedrig (bis 20 kWh/m²) | Mittel (bis 36 kWh/m²) | Erhöht (bis 82 kWh/m²) |
|---|---|---|---|
100 m² | ca. 2.000 kWh/Jahr | ca. 3.600 kWh/Jahr | ca. 8.200 kWh/Jahr |
130 m² | ca. 2.600 kWh/Jahr | ca. 4.680 kWh/Jahr | ca. 10.660 kWh/Jahr |
150 m² | ca. 3.000 kWh/Jahr | ca. 5.400 kWh/Jahr | ca. 12.300 kWh/Jahr |
200 m² | ca. 3.600 kWh/Jahr | ca. 6.600 kWh/Jahr | ca. 15.400 kWh/Jahr |
Die Werte gelten pro Jahr für Heizung und Warmwasser und dienen als Orientierung.
Ein hoher Stromverbrauch kann verschiedene Ursachen haben. Neben einem hohen Wärmebedarf durch eine unzureichende Dämmung spielen auch die Vorlauftemperatur und die Einstellung der Wärmepumpe eine Rolle. Ob der Verbrauch ungewöhnlich hoch ist, lässt sich deshalb am besten im Zusammenhang mit dem Gebäude und dem Heizsystem beurteilen.
Gut gedämmte Neubauten und modernisierte Bestandsgebäude mit Flächenheizung benötigen häufig weniger Strom, weil sie weniger Wärme verlieren und mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen. Unsanierte Altbauten mit kleinen Heizkörpern haben dagegen oft einen höheren Wärmebedarf, sodass die Wärmepumpe entsprechend mehr Strom verbraucht. Die Effizienz der Wärmepumpe hängt allerdings nicht allein vom Baujahr ab. In Bestandsgebäuden erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen im Durchschnitt eine Jahresarbeitszahl von etwa 3,4, Erdreich-Wärmepumpen kommen auf rund 4,3. Die Jahresarbeitszahl beschreibt, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Je höher der Wert, desto effizienter arbeitet die Anlage.
Auch bei einer Wohnung lässt sich der Strombedarf anhand der Wohnfläche grob abschätzen. Für eine Wohnung mit 70 m² sind etwa 2.100 kWh Strom pro Jahr für Heizung und Warmwasser ein möglicher Richtwert, das entspricht rund 30 kWh pro Quadratmeter. Wie hoch der tatsächliche Verbrauch ausfällt, hängt auch hier vom energetischen Zustand des Gebäudes und vom individuellen Wärmebedarf ab.
Wie viel Strom eine Wärmepumpe verbraucht, hängt auch davon ab, woher sie ihre Wärme bezieht. Erdreich-Wärmepumpen benötigen bei gleichem Wärmebedarf rechnerisch rund ein Fünftel weniger Strom als Luft-Wasser-Wärmepumpen. Das liegt vor allem daran, dass das Erdreich im Winter wärmer ist als die Außenluft. Je geringer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizwasser, desto weniger Strom benötigt die Wärmepumpe.
Bei einem Wärmebedarf von 16.000 kWh pro Jahr, wie er etwa bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus anfallen kann, ergibt sich folgender rechnerischer Stromverbrauch:
| Wärmepumpenart | Jahresarbeitszahl (Durchschnitt) | Stromverbrauch pro Jahr |
|---|---|---|
Luft-Wasser | ca. 3,4 | ca. 4.700 kWh |
Erdreich (Sole-Wasser) | ca. 4,3 | ca. 3.700 kWh |
Wasser-Wasser | abhängig von der Anlage | kein pauschaler Vergleichswert |
Luft-Luft | abhängig von der Anlage | kein pauschaler Vergleichswert |
Die Werte für Luft-Wasser- und Erdreich-Wärmepumpen basieren auf durchschnittlichen Jahresarbeitszahlen und dienen als Orientierung. Der tatsächliche Stromverbrauch kann je nach Gebäude, Anlage und Einstellung abweichen.
💡 Merke
COP und SCOP sind Effizienzkennzahlen der Hersteller, die auf standardisierten Prüfbedingungen beruhen. Für den tatsächlichen Stromverbrauch im Alltag ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) aussagekräftiger. Auch Planung und Einstellung spielen eine wichtige Rolle: Eine gut ausgelegte und eingestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe kann effizienter arbeiten als eine ungünstig geplante Erdreich-Wärmepumpe.
Eine Wärmepumpe verbraucht bei einem Jahresstrombedarf von 4.700 kWh durchschnittlich rund 13 kWh Strom pro Tag. Tatsächlich schwankt der Verbrauch im Jahresverlauf deutlich: Im Winter benötigt die Anlage viel Strom zum Heizen, im Sommer läuft sie überwiegend für die Warmwasserbereitung.
Der durchschnittliche Tagesverbrauch lässt sich berechnen, indem Sie den Jahresverbrauch durch 365 teilen. Die folgende Tabelle zeigt beispielhafte Richtwerte für unterschiedliche Jahresverbräuche.
| Stromverbrauch pro Jahr | Durchschnitt pro Tag |
|---|---|
3.000 kWh | ca. 8 kWh |
4.700 kWh | ca. 13 kWh |
6.000 kWh | ca. 16 kWh |
8.000 kWh | ca. 22 kWh |
Diese Tageswerte sind Jahresdurchschnitte und sagen wenig darüber aus, wie viel Strom die Wärmepumpe an einem konkreten Tag benötigt.
Bei einer Wärmepumpe entfällt der größte Teil des Stromverbrauchs auf die Heizperiode. Knapp die Hälfte des Jahresverbrauchs kann bereits in den Wintermonaten Dezember bis Februar anfallen. Von Mai bis September läuft die Anlage überwiegend für Warmwasser.
Die folgende Grafik zeigt eine beispielhafte Monatsverteilung für ein Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche und 4.700 kWh Jahresstromverbrauch. Sie veranschaulicht die saisonalen Schwankungen, ist aber keine gemessene oder für alle Wärmepumpen repräsentative Verteilung.
💡 Wichtig
Teilen Sie den Jahresverbrauch nicht einfach durch zwölf, um den tatsächlichen Monatsverbrauch abzuschätzen. Zwar ergeben sich rechnerisch rund 390 kWh pro Monat, im Januar kann der Verbrauch jedoch deutlich darüberliegen und im Sommer weit darunter.
Der tatsächliche Tagesverbrauch hängt vor allem von der Außentemperatur, dem Wärmebedarf des Gebäudes und der Effizienz der Anlage ab. Für eine grobe Orientierung können folgende Werte dienen:
Diese Angaben sind Richtwerte und keine festen Verbrauchsgrenzen. Insbesondere der Bedarf in der Übergangszeit kann je nach Gebäude und Heizverhalten abweichen. Ein hoher Tagesverbrauch im Winter bedeutet nicht automatisch, dass die Wärmepumpe übers Jahr zu viel Strom benötigt. Winterwerte sollten deshalb nicht einfach auf 365 Tage hochgerechnet werden, da dies den Jahresverbrauch deutlich überschätzen kann.
Im Winter benötigt die Heizung deutlich mehr Wärme als im Sommer, während Warmwasser ganzjährig gebraucht wird. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen sinkt zudem die Effizienz bei niedrigen Außentemperaturen, und das Abtauen des Außengeräts verbraucht zusätzliche Energie.
Auf die Monate Dezember bis Februar entfällt knapp die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs einer Wärmepumpe. Eine Photovoltaikanlage erzeugt in diesem Zeitraum dagegen nur rund 11 Prozent ihres Jahresertrags. Wegen dieser saisonalen Lücke kann sie den Strombedarf der Wärmepumpe nur teilweise decken.
Mit einer einfachen Formel können Sie abschätzen, wie viel Strom eine Wärmepumpe pro Jahr benötigt. Dafür brauchen Sie den jährlichen Wärmebedarf Ihres Gebäudes und die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe. Wenn Sie bisher mit Gas oder Öl heizen, lässt sich der Wärmebedarf näherungsweise aus Ihrem bisherigen Verbrauch ableiten.
Stromverbrauch (kWh) = Wärmebedarf (kWh) ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)
Die Jahresarbeitszahl beschreibt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Je höher die JAZ, desto weniger Strom benötigt die Anlage für dieselbe Wärmemenge.
Für eine erste Schätzung können Sie sich an den durchschnittlichen Werten von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden orientieren.
| Wärmepumpenart | Jahresarbeitszahl als Richtwert (Bestandgebäude) |
|---|---|
Luft-Wasser | ca. 3,4 |
Erdreich (Sole-Wasser) | ca. 4,3 |
Wasser-Wasser | Kein pauschaler Richtwert |
Luft-Luft | Kein pauschaler Richtwert |
Die Werte dienen als Orientierung und sind keine Garantie für eine bestimmte Anlage. Gut geplante und eingestellte Wärmepumpen erreichen höhere, ungünstig ausgelegte oder betriebene Anlagen dagegen niedrigere Jahresarbeitszahlen. Herstellerangaben wie COP oder SCOP sind nicht ohne Weiteres mit der tatsächlich erreichten Jahresarbeitszahl gleichzusetzen und eignen sich daher nur eingeschränkt für diese Berechnung.
Bei einem jährlichen Wärmebedarf von 16.200 kWh ergeben sich für Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen folgende Stromverbräuche, wenn die jeweiligen gemessenen JAZ-Spannen zugrunde gelegt werden:
Wenn die Jahresarbeitszahl Ihrer konkreten Anlage bekannt ist, verwenden Sie für die Berechnung am besten diesen Wert.
Wenn Sie noch keine Wärmepumpe haben, können Sie Ihren bisherigen Energieverbrauch als Grundlage verwenden. Die folgenden Formeln liefern Näherungswerte, da bei Gas- und Ölheizungen Verluste entstehen und nicht die gesamte eingesetzte Energie als Wärme im Gebäude ankommt.
Bisheriger Gasverbrauch
Multiplizieren Sie den jährlichen Gasverbrauch in Kilowattstunden mit etwa 0,9. Bei älteren Kesseln kann der Faktor niedriger ausfallen.
Formel: Gasverbrauch × 0,9 = geschätzter Wärmebedarf
Bisheriger Ölverbrauch
Multiplizieren Sie die verbrauchten Liter Heizöl mit etwa 10 kWh und anschließend mit 0,85.
Formel: Liter Heizöl × 10 × 0,85 = geschätzter Wärmebedarf
Neubau oder saniertes Gebäude
Wenn noch keine aussagekräftigen Verbrauchsdaten vorliegen, können Sie den Energieausweis oder eine energetische Fachplanung als Ausgangspunkt heranziehen. Im Energieausweis steht meist der Endenergiebedarf, der nicht dem reinen Wärmebedarf entspricht. Eine Energieberatung kann den Wärmebedarf genauer ermitteln. Eine Heizlastberechnung gibt vor allem Auskunft über die benötigte Heizleistung in Kilowatt (kW) und liefert nicht automatisch den jährlichen Wärmebedarf in Kilowattstunden (kWh).
Verwenden Sie möglichst den durchschnittlichen Energieverbrauch mehrerer Jahre, da milde und kalte Winter den Bedarf unterschiedlich beeinflussen. Wird das Warmwasser bisher elektrisch bereitet, etwa über einen Durchlauferhitzer, steckt dieser Bedarf nicht im Gas- oder Ölverbrauch. Soll die Wärmepumpe das Warmwasser künftig mit übernehmen, muss der entsprechende Wärmebedarf hinzugerechnet werden.
Beispiel 1: Gasheizung
Ein Haushalt verbraucht jährlich 18.000 kWh Gas.
Das Ergebnis liegt nahe am Durchschnitt von rund 4.700 kWh Strom pro Jahr für ein Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche. Der tatsächliche Verbrauch kann je nach Gebäudezustand und Effizienz der Wärmepumpe abweichen.
Beispiel 2: Ölheizung
Ein Haushalt verbraucht jährlich 1.800 Liter Heizöl.
Beide Ergebnisse sind Näherungswerte. Der tatsächliche Stromverbrauch hängt unter anderem vom Wärmebedarf des Gebäudes, der Auslegung der Anlage und der im Betrieb erreichten Jahresarbeitszahl ab.
Ob eine Wärmepumpe zu viel Strom verbraucht, lässt sich nicht allein am Jahresverbrauch erkennen. Entscheidend ist, wie viel Strom die Anlage im Verhältnis zur beheizten Wohnfläche benötigt. Ein großes Haus darf mehr Strom verbrauchen als ein kleines, ohne dass die Wärmepumpe deshalb ineffizient arbeitet.
| Stromverbrauch pro m² und Jahr | Einordnung |
|---|---|
bis 20 kWh | Niedrig, im Bereich der sparsamsten 10 % |
21-36 kWh | Mittel |
37-82 kWh | Erhöht |
ab 83 kWh | Sehr hoch, im Bereich der höchsten 10 % |
Bei Häusern mit mehr als 150 m² Wohnfläche liegen die Orientierungsgrenzen etwas niedriger: bis 18 kWh gilt der Verbrauch als niedrig, bis 33 kWh als mittel und bis 77 kWh als erhöht. Ab 78 kWh pro Quadratmeter ist er sehr hoch. Die Werte gelten für Ein- und Zweifamilienhäuser.
Beispiel: Bei 6.500 kWh Stromverbrauch und 130 m² beheizter Wohnfläche ergeben sich 50 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Das entspricht einem erhöhten Verbrauch.
Mit einem Wärmemengenzähler können Sie zusätzlich prüfen, wie effizient Ihre Wärmepumpe arbeitet. Teilen Sie dazu die erzeugte Wärmemenge durch den eingesetzten Strom.
Jahresarbeitszahl (JAZ) = erzeugte Wärme (kWh) ÷ Stromverbrauch (kWh)
Als grobe Orientierung erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden eine durchschnittliche JAZ von etwa 3,4, Erdreich-Wärmepumpen etwa 4,3. Liegt der Wert einer Luft-Wasser-Wärmepumpe unter etwa 3, also am unteren Rand der gemessenen Werte, lohnt es sich, die Einstellungen und den Betrieb genauer prüfen zu lassen. Einzelne Anlagen können je nach Gebäude und Betriebsbedingungen abweichen.
Wenn der Stromverbrauch dauerhaft erhöht bleibt oder die Ursache unklar ist, kann ein Fachbetrieb die Wärmepumpe und ihre Einstellungen überprüfen.

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Zwischen einem niedrigen und einem erhöhten Stromverbrauch kann bei Wärmepumpen ein Unterschied von etwa Faktor vier liegen. Entscheidend sind vor allem die benötigte Vorlauftemperatur, der Wärmebedarf des Gebäudes und die Auslegung der Anlage. Auch die Warmwasserbereitung und der Einsatz des elektrischen Heizstabs beeinflussen den Jahresverbrauch.
Je wärmer das Heizwasser sein muss, desto mehr Strom benötigt die Wärmepumpe. Die Heizkurve legt fest, wie die Vorlauftemperatur abhängig von der Außentemperatur geregelt wird. Ist sie ungünstig eingestellt, kann die Wärmepumpe das Heizwasser stärker erwärmen als nötig.
Faustregel: Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur kann den Stromverbrauch der Heizung um etwa 2 bis 3 % senken. Als grober Richtwert werden häufig rund 2,5 % genannt. Der tatsächliche Effekt hängt von der Anlage und den Betriebsbedingungen ab.
Rechenbeispiel: Sinkt die Vorlauftemperatur um 10 °C, entspricht das bei rund 2,5 % pro Grad einer möglichen Einsparung von etwa 25 % beim Heizstrom. Fallen davon beispielsweise 4.000 kWh auf die Heizung, wären das rechnerisch etwa 1.000 kWh weniger Strom. Das ist eine Näherung, keine garantierte Einsparung.
Welche Vorlauftemperatur erforderlich ist, hängt unter anderem von den Heizflächen und dem Gebäudezustand ab.
Die Temperaturbereiche sind Richtwerte und können im Einzelfall abweichen.
💡 Merke
Kommt ein Haus auch an kalten Tagen mit weniger als etwa 55 °C Vorlauftemperatur aus, sind die Voraussetzungen für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb häufig gut.
Je weniger Wärme ein Gebäude verliert, desto weniger Energie muss die Wärmepumpe nachliefern. Ein gut gedämmtes Haus benötigt deshalb meist weniger Heizwärme und kann häufig mit niedrigeren Vorlauftemperaturen auskommen.
Beide Faktoren wirken zusammen: Ein niedriger Wärmebedarf reduziert die benötigte Wärmemenge, während eine niedrigere Vorlauftemperatur die Effizienz der Wärmepumpe verbessert. In einem schlecht gedämmten Gebäude können dagegen sowohl der Wärmebedarf als auch die erforderliche Heizwassertemperatur höher liegen.
Auch die Größe der Wärmepumpe beeinflusst den Stromverbrauch. Ist die Anlage für den tatsächlichen Wärmebedarf zu groß ausgelegt, kann sie insbesondere bei geringer Heizlast häufig ein- und ausschalten. Dieses Verhalten wird als Takten bezeichnet und kann die Effizienz beeinträchtigen.
Eine zu klein dimensionierte Wärmepumpe kann an kalten Tagen dagegen an ihre Leistungsgrenze kommen. Je nach Anlagenkonzept muss dann häufiger ein elektrischer Heizstab unterstützen. Eine passende Auslegung ist deshalb wichtig.
Grundlage für die Dimensionierung sollte eine fachgerechte Heizlastberechnung sein. Sie ermittelt, welche Heizleistung das Gebäude unter den maßgeblichen Auslegungsbedingungen benötigt. Auch Feldmessungen zeigen, dass die Auslegung und das Betriebsverhalten wichtige Ansatzpunkte zur Verbesserung der Effizienz sind.
Für die Warmwasserbereitung benötigt eine Wärmepumpe meist höhere Temperaturen als für die Raumheizung. Dadurch arbeitet sie dabei häufig weniger effizient. Im Sommer, wenn kaum geheizt wird, läuft die Wärmepumpe überwiegend für das Warmwasser.
Zusätzlichen Strom kann die regelmäßige thermische Desinfektion des Warmwasserspeichers verbrauchen, bei der die Temperatur zur Verringerung des Legionellenrisikos angehoben wird. Wie stark sich das auswirkt, hängt von der Regelung, den Temperaturen und dem Warmwasserbedarf ab.
Eine Brauchwasserwärmepumpe kann eine Alternative sein, wenn Warmwasser unabhängig von der zentralen Heizungswärmepumpe erzeugt werden soll.
Der elektrische Heizstab gilt oft als Hauptgrund für einen hohen Stromverbrauch im Winter. Er kann tatsächlich viel Strom benötigen, weil er Strom direkt in Wärme umwandelt, statt Umweltwärme mithilfe eines Verdichters nutzbar zu machen. Bei korrekt ausgelegten und betriebenen Anlagen ist sein Anteil am Jahresverbrauch jedoch häufig gering.
In Feldmessungen an Bestandsgebäuden entfielen bei Luft-Wasser-Wärmepumpen durchschnittlich nur etwa 1,3 % des Stromverbrauchs auf den Heizstab. Bei Erdreich-Wärmepumpen lag der Anteil nahe null. Ein hoher Heizstabanteil kann beispielsweise auf ungünstige Einstellungen, einen Defekt oder einen ungewöhnlich hohen Wärmebedarf hinweisen. Der Heizstab ist daher nicht grundsätzlich problematisch, sein tatsächlicher Einsatz sollte aber zum Bedarf der Anlage passen.
Mit den richtigen Einstellungen und gezielten Verbesserungen lässt sich der Stromverbrauch einer Wärmepumpe oft spürbar senken. Die folgenden Maßnahmen reichen von kostenlosen Einstellungen bis zu Arbeiten durch den Fachbetrieb.
Änderungen an der Heizkurve sollten in kleinen Schritten erfolgen. Beachten Sie dabei die Hinweise des Herstellers und ziehen Sie bei Unsicherheit, vor allem bei den Warmwassereinstellungen, einen Fachbetrieb hinzu.
Die Stromkosten einer Wärmepumpe hängen vom jährlichen Stromverbrauch und vom Preis pro Kilowattstunde ab.
Stromkosten = Stromverbrauch × Strompreis
Spezielle Wärmepumpentarife liegen häufig bei etwa 21 bis 26 Cent pro Kilowattstunde und sind meist günstiger als normaler Haushaltsstrom. Bei Tarifen mit separatem Zähler ist der Netzentgelt-Rabatt meist schon im Preis enthalten. Die tatsächlichen Preise unterscheiden sich je nach Wohnort, Anbieter und Tarif.
Eine Photovoltaikanlage senkt nicht den Stromverbrauch der Wärmepumpe, sondern den Anteil des Stroms, den sie aus dem Netz beziehen muss. In einem Feldversuch deckte eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher in einem Einfamilienhaus etwa ein Drittel des Wärmepumpenstroms ab. Wie hoch der Anteil ausfällt, hängt vom Haus und der Größe der Anlage ab. Ohne Speicher ist die solare Deckung in der Regel geringer, weil Erzeugung und Verbrauch zeitlich schlechter zusammenpassen. Besonders im Winter, wenn die Photovoltaikanlage am wenigsten Strom liefert, muss die Wärmepumpe weiterhin viel Energie aus dem Netz beziehen.
Bei einem Jahresverbrauch von 4.700 kWh und einer solaren Deckung von etwa einem Drittel kommen rechnerisch rund 3.100 kWh aus dem Netz. Ein Batteriespeicher und eine passende Steuerung können den selbst genutzten Solarstromanteil erhöhen.
Wie viel Strom eine Wärmepumpe verbraucht, hängt vom Gebäude, der Wärmequelle und der Einstellung der Anlage ab. Im durchschnittlichen Einfamilienhaus liegt der Stromverbrauch bei rund 36 kWh pro Quadratmeter und Jahr, bei 130 m² Wohnfläche also bei etwa 4.700 kWh pro Jahr. Mit Wärmebedarf und Jahresarbeitszahl lässt sich der Verbrauch berechnen, der Wert pro Quadratmeter hilft bei der Einordnung.
Die größten Hebel für einen niedrigen Stromverbrauch sind eine niedrige Vorlauftemperatur und eine passend ausgelegte Anlage. Ein Wärmepumpentarif und eine Photovoltaikanlage senken zudem die Stromkosten, weil weniger Strom aus dem Netz bezogen werden muss. Wer wissen möchte, wie hoch der Stromverbrauch im eigenen Haus ausfällt und wie viel davon Solarstrom übernehmen kann, lässt die Möglichkeiten am besten individuell prüfen.
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