| 8 Minuten Lesezeit|29. April 2026
Eine Brauchwasserwärmepumpe erwärmt das Wasser, das im Haushalt täglich genutzt wird. Statt Wärme zu erzeugen, nutzt das Gerät die Energie, die bereits in der Umgebungsluft steckt, und überträgt diese direkt aufs Wasser.

Warmes Wasser gehört in deutschen Haushalten zum alltäglichen Standard, sei es zum Händewaschen oder Duschen. In den meisten Gebäuden wird dabei kein Unterschied zwischen Trink- und Brauchwasser gemacht, da beide durch dasselbe Leitungsnetz fließen und identisch sind. Wer also eine Brauchwasserwärmepumpe zum Erwärmen des Wassers einsetzt, erhitzt schlicht das Wasser, das auch aus dem Trinkwasserhahn kommt. Daher wird das Gerät häufig auch als Trinkwasserwärmepumpe oder schlichtweg als Warmwasserwärmepumpe bezeichnet.
Eine Brauchwasserwärmepumpe entzieht der Umgebungsluft Wärme und überträgt diese auf das Wasser im integrierten Speicher – ohne Gas, ohne Öl, nur mit Strom.
Mit Anschaffungskosten zwischen 1.500 und 5.000 Euro und niedrigen Betriebskosten amortisiert sich eine Brauchwasser-Wärmepumpe in der Regel nach wenigen Jahren.
Anders als klassische Wärmepumpen dient die Brauchwasserwärmepumpe ausschließlich der Warmwasserbereitung, nicht der Aufheizung von Räumen.
In Kombination mit einer PV-Anlage nutzt die Wärmepumpe den tagsüber erzeugten Solarstrom, um Warmwasser zu bereiten und im Speicher bis in den Abend hinein vorzuhalten.
Die Brauchwasserwärmepumpe gehört zu den Luftwärmepumpen. Allerdings wird sie nicht zur Raumheizung, sondern zur Warmwasserbereitung eingesetzt. Das Grundprinzip ist dabei aber dasselbe: Statt Wärme zu erzeugen, wird diese aus der Umgebung gewonnen und auf ein höheres Temperaturniveau gebracht. Die Brauchwasserwärmepumpe nimmt also Wärme aus der Umgebungsluft auf und überträgt sie gezielt auf das Wasser im Speicher. So funktioniert dieser Kreislauf:
Für den Transport von Wärme benötigt die Brauchwasserwärmepumpe Strom. Für 1 kWh Strom erzeugt sie typischerweise 2,5 bis 3,5 kWh Wärme. Wie viel das im Einzelfall ist, hängt vor allem von der Umgebungstemperatur ab. Übliche Brauchwasserwärmepumpen sind für Lufttemperaturen zwischen 5 und 35 Grad Celsius ausgelegt und liefern dabei Warmwasser mit 55 bis 65 Grad Celsius. Je wärmer die Umgebungsluft ist, desto weniger Strom wird benötigt. An einem warmen Sommertag arbeitet die Brauchwasserwärmepumpe entsprechend deutlich effizienter als an einem kalten Wintertag.
Brauchwasserwärmepumpen erreichen typischerweise einen COP (Coefficient of Performance) von 2,5 bis 3,5. Dieser Wert gibt an, wie viel Wärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt wird. Bei besonders warmer Umgebungsluft kann er sogar bis zu 4,0 steigen. Damit sind Brauchwasserwärmepumpen deutlich effizienter als vergleichbare Systeme zur elektrischen Warmwasserbereitung.
Wer Warmwasser nicht über eine Gastherme oder die bestehende Heizungsanlage erzeugt, hat in der Regel drei Möglichkeiten: den Boiler, den Durchlauferhitzer oder die Brauchwasserwärmepumpe. Sie alle funktionieren elektrisch, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Funktionsweise, Effizienz und ihren Kosten.
| Vergleich | Wärmepumpe | Boiler | Durchlauferhtitzer |
|---|---|---|---|
Prinzip | Erhitzt Wasser im integrierten Speicher, bevor es gebraucht wird | Erhitzt Wasser auf Vorrat und hält es in einem isolierten Tank warm | Erhitzt Wasser direkt beim Zapfen, ohne einen Vorratsbehälter |
Energiequelle | Strom & Umgebungsluft | Strom | Strom |
COP-Wert | 2,5 bis 4,0 | 1,0 | 1,0 |
Kosten | Höhere Anschaffungskosten, deutlich niedrigere Betriebskosten | Geringe Anschaffungskosten, mittlere Betriebskosten | Geringe Anschaffungskosten, mittlere bis hohe Betriebskosten |
Platzbedarf | Mittel bis groß, typischerweise im Keller oder Hauswirtschaftsraum | Mittel, häufig im Bad oder Keller | Gering, direkt am Wasserhahn oder unter der Spüle |
PV-Kompatibilität | Sehr gut | Eingeschränkt | Eingeschränkt |
Eine Brauchwasserwärmepumpe lässt sich immer dann einsetzen, wenn die Warmwasserbereitung unabhängig von der bestehenden Heizungsanlage organisiert ist oder werden soll. Sie eignet sich für Einfamilienhäuser ebenso wie für Mehrfamilienhäuser mit zentralem Speicher. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Neubau handelt oder ob die Wärmepumpe nachträglich im Zuge einer Sanierung in ein bestehendes Gebäude eingebaut wird. Besonders ideal ist der Einsatz der Brauchwasserwärmepumpe, wenn zusätzlich eine Photovoltaikanlage vorhanden oder in Planung ist.
Damit eine Brauchwasser-Wärmepumpe optimal arbeiten kann, sollte der Aufstellungsort einige Grundvoraussetzungen erfüllen:
Beim Entziehen von Wärme entzieht die Brauchwasserwärmepumpe der Luft gleichzeitig Feuchtigkeit. Das schützt Hauswände vor Nässe, beugt Schimmelbildung vor, hält gelagerte Lebensmittel länger frisch und sorgt dafür, dass Wäsche schneller trocknet.
Die Installation einer Brauchwasserwärmepumpe ist vergleichsweise unkompliziert und in der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen. Das Gerät wird am gewählten Aufstellungsort positioniert und an die vorhandenen Kalt- und Warmwasserleitungen angeschlossen. Anschließend wird es mit dem Stromnetz verbunden und in Betrieb genommen. Anders als bei einer Heizungswärmepumpe sind weder Erdbohrungen noch aufwändige Umbaumaßnahmen notwendig.
Dennnoch sollte die Installation von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, der sowohl die sanitären Anschlüsse als auch die elektrische Anbindung fachgerecht ausführt. Bei der Kombination mit einer Photovoltaikanlage empfiehlt sich zudem eine Abstimmung der Steuerung, damit das Gerät bevorzugt dann läuft, wenn Solarstrom verfügbar ist.
In Kombination mit einer Photovoltaikanlage bietet eine Brauchwasserwärmepumpe eine clevere Möglichkeit, den PV-Überschuss sinnvoll zu nutzen. Dabei kann sie sowohl einen bestehenden Boiler oder Durchlauferhitzer ersetzen als auch zusätzlich zu einer Heizung mit integrierter Warmwasserbereitung eingesetzt werden. In beiden Fällen geht es darum, überschüssigen Solarstrom statt ins Netz einzuspeisen lieber selbst zu nutzen. Das bietet gleich mehrere Vorteile:

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Eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Anschaffung einer Brauchwasserwärmepumpe ist die richtige Speichergröße. Sie sollte zum tatsächlichen Warmwasserbedarf im Haushalt passen. Jeder Einwohner in Deutschland vebrraictht durchschnittlich 126 Liter Wasser pro Tag, wovon etwa 30 bis 45 Liter auf Warmwasser entfallen.
Brauchwasserwärmepumpen sind in der Regel mit Speichervolumina von 200, 270 oder 300 Litern erhältlich, für größere Haushalte auch mit bis zu 500 Litern. Grundsätzlich sollte der Speicher so dimensioniert sein, dass er den Tagesbedarf des gesamten Haushalts abdeckt, ohne permanent nachheizen zu müssen. Als Faustregel gilt:
Wer zusätzlich eine Photovoltaikanlage betreibt, profitiert von einem etwas größeren Speicher. Je mehr Volumen der Speicher hat, desto mehr Solarstrom lässt sich tagsüber in Wärme umwandeln und für den Abend vorhalten. So wird der Eigenverbrauch maximiert und der Strom genutzt, genau dann wenn er produziert wird.
Die Kosten einer Brauchwasserwärmepumpe setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen. Im Vergleich zu einer vollwertigen Heizungswärmepumpe ist sie deutlich günstiger, da sie ausschließlich der Warmwasserbereitung dient und keine aufwändige Haustechnik erfordert. In der Regel amortisiert sich die Anlage nach wenigen Jahren.
Als eigenständige Maßnahme ist eine Brauchwasserwärmepumpe zwar in der Regel nicht direkt förderfähig. Wird sie jedoch im Rahmen einer Heizungsmodernisierung oder energetischen Sanierung eingebaut, kann sie als sogenannte Umfeldmaßnahme anteilig gefördert werden. Der Fördersatz beträgt dabei je nach Kombination bis zu 70 Prozent. Zuständig ist je nach Art der Maßnahme entweder das BAFA oder die KfW. Da sich die Förderbedingungen regelmäßig ändern, empfiehlt sich vor der Anschaffung eine individuelle Beratung.
Ob sich eine Brauchwasserwärmepumpe lohnt, ist meist eine Einzelfallentscheidung. Sie hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem aktuellen Heizsystem, dem Warmwasserbedarf im Haushalt, den räumlichen Gegebenheiten und nicht zuletzt davon, ob eine Photovoltaikanlage vorhanden ist oder geplant wird. Besonders ideal ist sie für Haushalte, die Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz legen. Wer die Vor- und Nachteile kennt, kann besser einschätzen, ob das Gerät zur eigenen Situation passt.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
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