| 7 Minuten Lesezeit|21. September 2026
Die Sonne liefert nicht nur Licht und Strom, sondern auch Wärme. Eine Solarthermieanlage fängt diese Energie über Kollektoren ein und nutzt sie für Warmwasser oder zur Unterstützung der Heizung.

Ob sich Solarthermie für das eigene Zuhause lohnt, hängt unter anderem vom Wärmebedarf, der verfügbaren Dachfläche und der Ausrichtung der Kollektoren ab. Auch der passende Kollektortyp, die Größe des Wärmespeichers und die vorhandene Heiztechnik beeinflussen die Planung. Hinzu kommen die Anschaffungskosten und mögliche Förderungen, die bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spielen können. Je nach Gebäude und Wärmebedarf lässt sich die Anlage zudem mit einer bestehenden Heizung, einer Photovoltaikanlage oder einer Wärmepumpe kombinieren. Im Folgenden erfahren Sie, wie Solarthermie funktioniert, welche Varianten es gibt, wie viel Wärme sie liefern kann, mit welchen Kosten Sie rechnen sollten und wann sich die Nutzung der Sonnenenergie besonders anbietet.
Solarthermie nutzt die Energie der Sonne direkt zur Wärmeerzeugung. Die gewonnene Wärme kann für die Warmwasserbereitung und zusätzlich zur Unterstützung der Heizung eingesetzt werden.
Die Anschaffungskosten hängen von Anlagengröße, Kollektortyp und Installationsaufwand ab. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine staatliche Förderung die Investition reduzieren.
Solarthermieanlagen können bei regelmäßiger Wartung rund 20 bis 30 Jahre betrieben werden. Einzelne Komponenten müssen gegebenenfalls schon früher ausgetauscht oder repariert werden.
Solarthermie kann mit verschiedenen Heizsystemen kombiniert werden. Auch eine gemeinsame Nutzung mit Photovoltaik oder einer Wärmepumpe ist problemlos möglich.
Solarthermie bezeichnet die Nutzung der Sonnenenergie zur Erzeugung von Wärme. Eine Solarthermieanlage nimmt die Strahlung der Sonne über Kollektoren auf und wandelt sie in nutzbare Wärme um. Diese kann für die Warmwasserbereitung oder zusätzlich zur Unterstützung der Heizung eingesetzt werden. Dabei unterscheidet man zwischen kleineren Anlagen zur reinen Warmwasserbereitung und größer dimensionierten Kombianlagen, die auch einen Teil der Heizungswärme bereitstellen.
Im Gegensatz zur Photovoltaik erzeugt Solarthermie keinen Strom. Die gewonnene Wärme wird direkt im Gebäude genutzt und in einem Wärmespeicher bereitgehalten. Dadurch kann die Anlage einen Teil des Wärmebedarfs über Sonnenenergie decken und den Verbrauch anderer Energieträger reduzieren. Wie hoch der solare Anteil am Wärmebedarf ausfällt, unterscheidet sich dabei je nach Anlagengröße und Einsatzzweck.
Eine Solarthermieanlage wandelt die Strahlung der Sonne in Wärme um und transportiert diese Energie dorthin, wo sie im Gebäude benötigt wird. Dafür arbeiten mehrere Komponenten zusammen. Die Kollektoren nehmen die Sonnenenergie auf, eine Wärmeträgerflüssigkeit transportiert die gewonnene Wärme und ein Wärmespeicher hält sie für die spätere Nutzung bereit. Hier die Funktionsweise im Überblick:
Die Kollektoren befinden sich in der Regel auf dem Dach und sind so ausgerichtet, dass sie möglichst viel Sonnenstrahlung aufnehmen können. Im Inneren sitzt ein sogenannter Absorber. Seine Aufgabe besteht darin, die einfallende Strahlung aufzunehmen und in Wärme umzuwandeln.
Je nach Bauart kommen vor allem Flachkollektoren oder Vakuumröhrenkollektoren zum Einsatz. Beide arbeiten nach demselben Grundprinzip, unterscheiden sich aber unter anderem in ihrem Aufbau, ihrer Wärmeisolierung und ihrem Verhalten bei unterschiedlichen Temperaturen und Einstrahlungsbedingungen.
Die vom Absorber aufgenommene Wärme wird an eine Flüssigkeit im Kollektor übertragen. Diese Wärmeträgerflüssigkeit besteht meist aus einem Wasser-Glykol-Gemisch. Der Glykolanteil schützt den Solarkreislauf vor Frost und ermöglicht den Betrieb auch bei niedrigen Außentemperaturen.
Die erwärmte Flüssigkeit steht anschließend für den Weitertransport zum Wärmespeicher bereit. Wie dieser Transport gesteuert wird, übernimmt die Regelung der Solarthermieanlage.
Damit die Anlage nur dann arbeitet, wenn sich der Wärmetransport lohnt, überwacht eine Regelung die Temperaturen an verschiedenen Stellen des Systems. Sie vergleicht unter anderem die Temperatur der Kollektoren mit der Temperatur im Speicher.
Ist der Kollektor ausreichend wärmer als der Speicher, schaltet die Regelung die Umwälzpumpe ein. Die erwärmte Wärmeträgerflüssigkeit wird dadurch vom Dach zum Speicher transportiert. Sinkt der Temperaturunterschied, wird die Pumpe wieder abgeschaltet. So passt sich der Solarkreislauf automatisch an die verfügbare Solarwärme an.
Die erwärmte Wärmeträgerflüssigkeit gelangt über Rohrleitungen vom Dach zum Wärmespeicher. Dort gibt sie ihre Wärme über einen Wärmetauscher an das Wasser im Speicher ab. Die Solarflüssigkeit und das Speicherwasser bleiben dabei voneinander getrennt.
Der Speicher erfüllt eine wichtige Aufgabe, weil Wärmeangebot und Wärmebedarf zeitlich nicht immer zusammenpassen. Die Sonne scheint beispielsweise tagsüber, während Warmwasser häufig morgens oder abends benötigt wird. Durch die Speicherung kann die tagsüber gewonnene Wärme später genutzt werden.
Je nach Anlagentyp wird die Solarwärme für unterschiedliche Zwecke eingesetzt. Bei einer reinen Warmwasseranlage erwärmt sie vor allem das Trinkwasser für Dusche, Bad und Haushalt. Bei einer Kombianlage wird zusätzlich Heizungswärme bereitgestellt.
Wenn die Solarenergie nicht ausreicht, springt eine andere Wärmequelle ein. Das kann beispielsweise eine Gas- oder Pelletheizung oder eine Wärmepumpe sein. Die Solarthermieanlage ersetzt die zusätzliche Wärmequelle also in der Regel nicht vollständig, sondern reduziert deren notwendigen Einsatz.
Nachdem die Wärmeträgerflüssigkeit ihre Wärme im Speicher abgegeben hat, fließt sie wieder zurück zu den Kollektoren. Dort wird sie erneut durch die Sonnenstrahlung erwärmt und nimmt wieder Wärme auf.
Der Solarkreislauf ist damit geschlossen und beginnt von vorn. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung kann dieser Vorgang über viele Stunden wiederholt werden. Nachts oder bei geringer Sonneneinstrahlung bleibt die Umwälzpumpe dagegen ausgeschaltet, da dann keine ausreichende Solarwärme zur Verfügung steht.
Bei Solarthermieanlagen kommen unterschiedliche Kollektoren zum Einsatz. In Deutschland spielen vor allem Flachkollektoren und Vakuumröhrenkollektoren eine wichtige Rolle. Beide nutzen die Sonnenstrahlung zur Wärmeerzeugung, unterscheiden sich aber in ihrem Aufbau, ihrer Wärmeleistung und ihren Anschaffungskosten. Daneben gibt es spezielle Kollektoren für bestimmte Anwendungen.
Flachkollektoren
Vakuumröhrenkollektoren
Weitere Kollektortypen
Flachkollektoren sind in Deutschland der etablierte Standard und machen rund 90 Prozent des Bestands beziehungsweise Marktes aus. Vakuumröhrenkollektoren sind deutlich weniger verbreitet, können aber bei begrenzter Dachfläche oder einem hohen Wärmebedarf auf kleiner Fläche interessant sein. Ein direkter Vergleich lohnt sich daher:
| Merkmal | Flachkollektor | Vakuumröhrenkollektor |
|---|---|---|
Aufbau | Flaches, gedämmtes Gehäuse | Glasröhren mit Vakuum |
Anschaffung | Meist günstiger | Meist teurer |
Wärmeverlust | Höher | Geringer |
Flächenbedarf | Tendenziell höher | Tendenziell geringer |
Einsatz | Warmwasser und Heizungsunterstützung | Warmwasser und Heizungsunterstützung |
Besonderheit | Robust und weit verbreitet | Hohe Wärmeleistung auf kleinerer Fläche |
Wie viel Wärme eine Solarthermieanlage bereitstellt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Größe und Art der Kollektoren, die Ausrichtung und Neigung des Daches, die Sonneneinstrahlung sowie der Wärmebedarf des Gebäudes. Auch im Jahresverlauf gibt es deutliche Unterschiede, denn während die Anlage im Sommer viel Solarwärme liefern kann, ist der Ertrag in den Wintermonaten deutlich geringer.
Bei Solarthermie wird grundsätzlich zwischen Anlagen zur reinen Warmwasserbereitung und größeren Anlagen zur zusätzlichen Heizungsunterstützung unterschieden. Je größer der Anwendungsbereich, desto größer fällt in der Regel auch die benötigte Kollektorfläche aus.
Reine Warmwasserbereitung:
Warmwasser und Heizungsunterstützung:
Als grobe Orientierung können Solarthermieanlagen je nach Kollektortyp und Standort etwa 300 bis 500 kWh Wärme pro Quadratmeter Kollektorfläche und Jahr erzeugen. Vakuumröhrenkollektoren können unter geeigneten Bedingungen einen höheren spezifischen Ertrag erreichen, während Flachkollektoren häufig im mittleren Bereich liegen.
Richtwerte zum Ertrag:
Der tatsächliche Jahresertrag lässt sich jedoch nicht allein anhand der Kollektorfläche bestimmen. Auch Leitungsverluste und die Auslegung des Speichers beeinflussen, wie viel der erzeugten Wärme am Ende tatsächlich im Gebäude genutzt werden kann.
Für die reine Warmwasserbereitung reichen bei einem typischen Einfamilienhaus etwa 3 bis 6m² Kollektorfläche, für Warmwasser und Heizungsunterstützung sind es meist 9 bis 20m². Die tatsächliche Größe sollte jedoch immer an Wärmebedarf, Dachfläche und gewünschte Nutzung angepasst werden.
Die Kosten einer Solarthermieanlage hängen vor allem von der Größe, dem Einsatzzweck und dem vorhandenen Heizsystem ab.
Eine Solarthermieanlage zur reinen Warmwasserbereitung kostet bei einem typischen Einfamilienhaus inklusive Kollektoren, Wärmespeicher und Installation etwa 4.000 bis 10.000 Euro. Dafür werden meist 3 bis 6m² Kollektorfläche benötigt. Zu den weiteren Kosten gehören Rohrleitungen, Regelung, Pumpengruppe und Montage.
Für eine Solarthermieanlage, die neben dem Warmwasser auch die Heizung unterstützt, können die Gesamtkosten grob bei 9.000 bis 17.000 Euro liegen. Die größere Kollektorfläche, der größere Wärmespeicher und die zusätzliche Einbindung in das Heizsystem erhöhen den Preis. Wie hoch die tatsächlichen Kosten ausfallen, hängt von der vorhandenen Heiztechnik und den baulichen Gegebenheiten ab.
Neben der Anlagengröße spielen verschiedene technische und bauliche Faktoren eine Rolle. Auch die vorhandene Haustechnik kann den Installationsaufwand deutlich beeinflussen.
Für die konkrete Kalkulation ist daher ein individuelles Angebot sinnvoll.
Wer eine Solarthermieanlage einbauen möchte, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine staatliche Förderung erhalten. Für bestehende Wohngebäude ist vor allem die Heizungsförderung der KfW relevant. Solarthermie kann dabei als förderfähige Heizungsanlage oder zur Heizungsunterstützung berücksichtigt werden.
Die Grundförderung beträgt 30% der förderfähigen Kosten. Bei einem Einfamilienhaus werden bis zu 28.000 Euro berücksichtigt. Je nach Voraussetzungen können weitere Boni hinzukommen. Insgesamt sind Zuschüsse von bis zu 70%, bei bestimmten Haushalten bis zu 80%, möglich.
Der Klimageschwindigkeitsbonus gilt nur unter bestimmten Voraussetzungen und kommt beispielsweise in der Regel nicht infrage, wenn lediglich Solarthermie nachgerüstet wird und die bestehende Gas- oder Ölheizung weiterläuft. Ein möglicher Einkommensbonus ist ebenfalls an bestimmte Voraussetzungen für selbstnutzende Eigentümer geknüpft.
Wichtig!
Der Förderantrag muss grundsätzlich vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Da sich Förderbedingungen ändern können, sollten vor der Antragstellung die aktuell geltenden Vorgaben geprüft werden.
Ob Solarthermie zum eigenen Gebäude passt, hängt unter anderem von der vorhandenen Heizung, dem Wärmebedarf und den Bedingungen auf dem Dach ab. Auch im Neubau und bei bestehenden Gebäuden kann die Technik sinnvoll eingesetzt werden. Die folgenden Situationen zeigen, wann Solarthermie besonders gut in die Wärmeversorgung integriert werden kann.
Solarthermie und Photovoltaik nutzen beide die Energie der Sonne, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Solarthermie erzeugt Wärme, Photovoltaik Strom.
| Eigenschaften | Solarthermie | Photovoltaik |
|---|---|---|
Energie | Wärme für Warmwasser und gegebenenfalls Heizung | Strom für Haushalt, Wärmepumpe oder Elektroauto |
Komponenten | Kollektoren, Wärmeträgerkreislauf, Wärmespeicher und Regelung | Solarmodule, Wechselrichter und gegebenenfalls Batteriespeicher |
Dachfläche | Erzeugt Wärme auf vergleichsweise kleiner Fläche | Flexible Nutzung des erzeugten Solarstroms |
Photovoltaik hat sich für viele Haushalte zur wichtigen Lösung für die eigene Stromversorgung entwickelt. Solarthermie kann dagegen interessant sein, wenn gezielt Warmwasser oder die Heizung mit Solarwärme unterstützt werden soll.
Solarthermie und Photovoltaik lassen sich auch gemeinsam nutzen. Während die Photovoltaikanlage Strom erzeugt, liefert die Solarthermie Wärme für Warmwasser und gegebenenfalls die Heizung. Dafür wird die verfügbare Dachfläche entsprechend aufgeteilt. Eine Alternative sind PVT-Kollektoren. Sie kombinieren Photovoltaik und Solarthermie in einem Modul und erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Dadurch kann die vorhandene Dachfläche doppelt genutzt werden.

Solarthermie passend zu Ihrem Zuhause
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Solarthermie und Wärmepumpe können gemeinsam für die Wärmeversorgung eines Gebäudes eingesetzt werden. Die Solarthermie liefert bei guter Sonneneinstrahlung Wärme für die Warmwasserbereitung und kann zusätzlich die Heizung unterstützen. Reicht die Solarwärme nicht aus, übernimmt die Wärmepumpe die benötigte Wärmeversorgung. Die gewonnene Solarwärme wird in einem Wärmespeicher bereitgehalten und kann dadurch auch genutzt werden, wenn die Sonne nicht scheint. Vor allem im Sommer kann die Solarthermie die Warmwasserbereitung übernehmen und die Wärmepumpe entlasten.
Eine Solarthermieanlage arbeitet weitgehend automatisch und benötigt vergleichsweise wenig Wartung. Trotzdem sollte sie regelmäßig kontrolliert werden, damit Kollektoren, Leitungen, Wärmeträgerflüssigkeit und Regelung zuverlässig funktionieren. Eine jährliche Sichtkontrolle kann helfen, offensichtliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Eine umfassendere Wartung durch einen Fachbetrieb ist in der Regel alle drei bis fünf Jahre sinnvoll. Dabei werden unter anderem der Anlagendruck, die Wärmeträgerflüssigkeit, die Umwälzpumpe und die Sicherheitseinrichtungen überprüft. Auch der Wärmespeicher und die Anschlüsse können kontrolliert werden. Je nach Zustand wird die Wärmeträgerflüssigkeit meist alle fünf bis zwölf Jahre komplett ausgetauscht. Bei guter Wartung können Solarthermieanlagen 20 bis 30 Jahre betrieben werden. Einzelne Komponenten wie Pumpen, Regelung oder Ausdehnungsgefäß können allerdings früher ausgetauscht werden müssen.
Ob sich Solarthermie lohnt, hängt vom Wärmebedarf, der verfügbaren Dachfläche, den Anschaffungskosten und einer möglichen Förderung ab. Als grobe Orientierung kann sich eine Anlage je nach Voraussetzungen nach etwa 10 bis 20 Jahren amortisieren. Entscheidend sind dabei unter anderem die Energiepreise, die Anlagengröße und wie viel der erzeugten Wärme tatsächlich genutzt wird.
Solarthermie lohnt sich eher, wenn regelmäßig Warmwasser benötigt wird, eine geeignete Dachfläche vorhanden ist und eine bestehende Gas- oder Ölheizung gezielt entlastet werden soll. Weniger interessant kann die Lösung sein, wenn nur wenig Dachfläche zur Verfügung steht oder ohnehin eine Wärmepumpe mit Photovoltaik geplant ist.
Solarthermie ermöglicht es, einen Teil des Wärmebedarfs direkt mit Sonnenenergie zu decken.
Die Wirtschaftlichkeit hängt stark von den individuellen Voraussetzungen ab und die Anlage verursacht zunächst vergleichsweise hohe Investitionskosten.
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