5 Minuten Lesezeit|5. Februar 2026
Sonne, Bewölkung, Temperatur und weitere Wetterfaktoren beeinflussen den Ertrag von Photovoltaikanlagen deutlich. Der Beitrag zeigt, wie sich diese Effekte erklären, bewerten und gezielt optimieren lassen.

Photovoltaik hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten Säulen der Energiewende entwickelt. Immer mehr Hausbesitzer, Unternehmen und Kommunen investieren in Solaranlagen, um langfristig Energiekosten zu senken, sich unabhängiger von steigenden Strompreisen zu machen und aktiv zum Klimaschutz beizutragen. Moderne Photovoltaikanlagen gelten heute als ausgereift, langlebig und zuverlässig. Dennoch stellen sich viele Betreiber immer wieder dieselbe Frage: Warum produziert meine Solaranlage heute deutlich weniger Strom als gestern – obwohl es doch Sommer ist? Die Antwort liegt selten in einem technischen Defekt, sondern fast immer in äußeren Einflüssen, allen voran dem Wetter.
Sonneneinstrahlung, Bewölkung, Temperatur, Niederschlag und Wind beeinflussen die Stromproduktion einer Solaranlage unmittelbar. Diese Effekte wirken sich sowohl kurzfristig im Tagesverlauf als auch langfristig über Wochen, Monate und Jahreszeiten hinweg aus. Wer versteht, wie Solaranlagen und Wetterbedingungen zusammenwirken, kann realistische Ertragserwartungen entwickeln, seine Anlage optimal planen und im Betrieb gezielt optimieren.
Photovoltaikmodule bestehen aus vielen einzelnen Solarzellen, meist auf Siliziumbasis. Treffen Lichtteilchen (Photonen) auf diese Zellen, werden Elektronen in Bewegung versetzt. Dadurch entsteht elektrischer Gleichstrom. Ein Wechselrichter wandelt diesen anschließend in Wechselstrom um, der im Haushalt genutzt oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, finden Sie in in unserem Magazin noch einige spannende Artikel dazu, wie Photovoltaik eigentlich funktioniert und was alles dahinter steckt.
Für die Stromerzeugung ist aber nicht die Wärme der Sonne entscheidend, sondern die Lichtmenge und deren Intensität. Je mehr Sonnenlicht auf die Module trifft, desto höher fällt grundsätzlich der Stromertrag aus. In der Praxis wird dieser Zusammenhang jedoch durch zahlreiche Wetter- und Umwelteinflüsse modifiziert.
Die Stromerträge einer Photovoltaikanlage werden maßgeblich durch verschiedene Wetterfaktoren beeinflusst. Diese wirken sich nicht nur auf die momentane Leistung aus, sondern bestimmen auch die langfristige Wirtschaftlichkeit einer Anlage. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aus Einstrahlung, Temperatur und Umgebungsbedingungen.
Die Intensität der Sonneneinstrahlung ist der wichtigste Faktor für die Stromproduktion. Je höher die sogenannte Globalstrahlung, desto mehr elektrische Energie kann ein Modul erzeugen. Bei direkter Sonneneinstrahlung und klarem Himmel erreichen Photovoltaikanlagen ihre Nennleistung oder kommen ihr sehr nahe.
Besonders ertragsstark sind Zeiträume, in denen die Sonne hoch steht und die Module in einem günstigen, meist senkrechtem Winkel angestrahlt werden. Hier bei uns in Mitteleuropa ist dies vor allem zur Mittagszeit sowie in den Sommermonaten der Fall. Die Ausrichtung und Neigung der Module beeinflussen dabei, wie effektiv die vorhandene Strahlung genutzt werden kann.
Wolken verringern die direkte Sonneneinstrahlung, lassen jedoch einen Teil des Lichts als diffuse Strahlung auf die Module treffen. Abhängig von Art und Dichte der Bewölkung kann der Ertrag zwischen wenigen Prozent und über 60% gegenüber einem klaren Himmel schwanken.
Dünne Wolkenfelder oder hohe Schleierwolken reduzieren die Leistung meist nur moderat. Dichte Regen- oder Gewitterwolken führen hingegen zu deutlichen Einbrüchen. Moderne Photovoltaikmodule sind jedoch darauf ausgelegt, auch diffuse Strahlung effizient zu nutzen – ein klarer Vorteil in Regionen mit wechselhaften Wetterbedingungen. In seltenen Fällen kann es bei bestimmten Wolkenkonstellationen sogar zu kurzfristigen Leistungsspitzen kommen, wenn Sonnenlicht an Wolkenrändern reflektiert und gebündelt wird. Diese Effekte sind jedoch nicht planbar und meist von kurzer Dauer.
Die Temperatur hat einen direkten Einfluss auf die Leistung einer Solaranlage. Entscheidend ist dabei nicht nur die Außentemperatur, sondern vor allem die Modultemperatur: Je wärmer die Module werden, desto stärker sinkt ihr Wirkungsgrad. Als Referenz gilt eine Modultemperatur von 25 °C. Pro Grad Celsius darüber verliert ein Modul typischerweise etwa 0,3 bis 0,5 % seiner Leistung.
Das bedeutet: An sehr heißen Sommertagen kann die Stromproduktion trotz hoher Sonneneinstrahlung geringer ausfallen als erwartet, weil sich die Module durch Sonne und warme Umgebungsluft stark aufheizen. Besonders effizient arbeiten Photovoltaikanlagen daher an Tagen, die sonnig, aber eher kühl sind, häufig im Frühjahr und Herbst. Wind und eine gute Hinterlüftung helfen zusätzlich, die Module zu kühlen und temperaturbedingte Verluste zu verringern.
Regen wirkt sich kurzfristig durch erhöhte Bewölkung leistungsmindernd aus. Langfristig hat er jedoch einen positiven Effekt auf den Ertrag, da er die Moduloberflächen von Verschmutzungen wie Staub, Pollen oder Abgasrückständen reinigt.
In Gebieten mit regelmäßigem Niederschlag oder ausreichend steiler Dachneigung übernimmt der Regen einen Großteil der Reinigung automatisch. In trockenen Regionen oder bei sehr flach montierten Anlagen kann eine gezielte Reinigung sinnvoll sein, um dauerhafte Ertragseinbußen zu vermeiden.
Schneebedeckte Module produzieren kaum oder keinen Strom, da die Einstrahlung blockiert wird. Dieser Zustand ist jedoch zeitlich begrenzt und meist nicht von sehr langer Dauer. Durch die dunkle Oberfläche der Module, die Neigung der Dächer und steigende Temperaturen rutscht Schnee häufig von selbst ab.
Zusätzlich kann Schnee auf dem Boden das Sonnenlicht reflektieren und bei freiliegenden Modulen zu leicht erhöhten Erträgen führen. Dieser Effekt ist insbesondere im Winter bei tiefem Sonnenstand relevant, gleicht die Ertragsverluste jedoch nur teilweise aus.
Leichter bis mäßiger Wind kann die Modultemperatur senken und dadurch die Leistung stabilisieren. Starke Stürme, Hagel oder extreme Wetterereignisse stellen hingegen eine mechanische Belastung dar.
Hochwertige Photovoltaikmodule sind nach internationalen Normen geprüft und widerstandsfähig beispielsweise gegenüber Wind- und Schneelasten. Entscheidend für die Betriebssicherheit ist jedoch eine fachgerechte Planung, stabile Unterkonstruktionen und eine professionelle Montage. Regelmäßige Sichtkontrollen nach Unwettern erhöhen zusätzlich die langfristige Betriebssicherheit.
Die Erträge von Solaranlagen unterliegen somit natürlichen, saisonalen Schwankungen.
In den Monaten mit langen Tagen und hohem Sonnenstand erreichen Photovoltaikanlagen ihre höchsten Erträge. Besonders im Sommer wird häufig mehr Strom produziert, als im Haushalt direkt verbraucht werden kann. Ohne Speicher wird dieser Überschuss ins Netz eingespeist.
Kürzere Tage, tiefere Sonnenstände und häufige Bewölkung senken die Erträge in der kalten Jahreszeit deutlich. Dennoch liefern Solaranlagen auch im Winter zuverlässig Strom. Gerade an klaren, kalten Wintertagen können die Module überraschend effizient arbeiten.
Diese saisonalen Unterschiede verdeutlichen, dass Photovoltaik ganzjährig funktioniert, ihre Stärke jedoch im Zusammenspiel mit intelligentem Verbrauchsmanagement entfaltet.
Neben dem Wetter haben auch technische und bauliche Aspekte erheblichen Einfluss auf den Ertrag:
Auch wenn das Wetter nicht beeinflussbar ist, lassen sich die Stromerträge durch gezielte Maßnahmen optimieren.
Stromspeicher ermöglichen es, überschüssigen Solarstrom zwischenzuspeichern und zeitversetzt zu nutzen. Dadurch lassen sich wetterbedingte Schwankungen besser ausgleichen und der Eigenverbrauch deutlich erhöhen.
Zusätzlich gewinnen thermische Speicher an Bedeutung, etwa in Kombination mit Wärmepumpen oder Warmwassersystemen. Sie tragen dazu bei, Solarenergie auch für Wärme nutzbar zu machen und die Gesamteffizienz der Anlage weiter zu steigern.
Photovoltaikanlagen reagieren sensibel auf Wetterbedingungen wie Sonneneinstrahlung, Temperatur, Bewölkung oder Niederschlag. Diese Einflüsse führen zu natürlichen Schwankungen in der Stromproduktion, sowohl im Tagesverlauf als auch im Jahresverlauf. Entscheidend ist jedoch: Diese Schwankungen sind kein Zeichen mangelnder Zuverlässigkeit, sondern ein fester Bestandteil der solaren Stromerzeugung. Mit einer fachgerechten Planung, der passenden Ausrichtung und Neigung der Module, moderner Anlagentechnik sowie einem intelligenten Energiemanagement lassen sich wetterbedingte Effekte gut ausgleichen. Stromspeicher und optimierte Verbrauchsstrategien tragen zusätzlich dazu bei, den Eigenverbrauch zu erhöhen und die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz weiter zu reduzieren.
Photovoltaik erweist sich damit auch unter wechselhaften Wetterbedingungen als leistungsfähige, nachhaltige und wirtschaftlich attraktive Energiequelle. Wer die Zusammenhänge zwischen Wetter und Solarertrag kennt und seine Anlage gezielt darauf abstimmt, profitiert langfristig von stabilen Erträgen, sinkenden Energiekosten und einer zukunftssicheren Energieversorgung.
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